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Geh-Denk-Spuren - zeitgeschlichtliche Orte Enns-Ennsdorf


  • So., 27. September 2026, 15.00–16.30 Uhr; Hauptplatz, vor dem Museum Lauriacum

    Am Tag des Denkmals veranstalten wir wieder eine Stadtführung zu zeitgeschichtlichen Orten in Enns. Anhand der Lebensgeschichten von David Hersch, Božena Škrabălkovă, Barbara Baselli und vieler namenloser Opfer werden die Ereignisse der Jahre 1939 bis 1945 bei dieser Führung sichtbar gemacht, sie sind auch in einem Folder präsentiert, der zur Verfügung gestellt wird.


    Eintritt frei!

Erzähl-Café mit Alfred Hudec


  • Mi., 7. Oktober 2026, 16.30 Uhr; Pfarrsaal Enns-St. Laurenz

    Das Mauthausenkomitee Enns veranstaltet wieder ein Erzähl-Café. Diesmal wird Alfred Hudec seine spannende Geschichte der Flucht erzählen, die ihn und seine Familie nach Enns geführt hat.

Filmabend im Kulturzentrum d'Zuckerfabrik


  • Mi., 11. November 2026, 19.00 Uhr; Kulturzentrum d`Zuckerfabrik, Kristein 2

    Der Verein Mauthausenkomitee Enns hat es sich zum Ziel gesetzt, Zeitgeschichte in Enns lebendig zu halten. Zum Gedenken an die Reichspogromnacht vom 09. November 1938 gibt es auch heuer wieder einen Kinoabend in Kooperation mit dem Kulturzentrum d´Zuckerfabrik und „EU XXL Kino – Die Reihe“. Gezeigt wird der Film „Das geheime Stockwerk“ (Ö, 2025)


    Veranstalter: Mauthausenkomitee Enns in Kooperation mit dem Kutlurzentrum d`Zuckerfabrik


    Kartenverkauf: wwww.zuckerfabrik.at

Gedenkveranstaltung 2027


  • Mittwoch, 21. April 2027, 18.00 Uhr, Stiegenaufgang Basilika Enns-St. Laurenz

    Wir treffen uns wieder beim Stiegenaufgang zur Basilika Enns-St. Laurenz, um das Gedenken an die Todesmärsche abzuhalten.

Informationen zur Todesmarschstrecke

Auf dieser interaktiven Landkarte der Historikerin Angelika Schlackl erhalten Sie Informationen zu allen Orten und bekannten Ereignissen entlang der Todesmarschstrecke von Mauthausen/Gusen nach Gunskirchen:


Broschüre Geh-Denk-Spuren


In Erinnerung an die Todesmärsche vom Konzentrationslager Mauthausen ins Vernichtungslager Gunskirchen wurde eine Broschüre zusammengestellt. Diese Broschüre ist in Deutsch erschienen und in der Zwischenzeit auch ins Englische übersetzt. Beide Broschüren finden sich hier zum Download.


Broschüre GEH-DENK-Spuren deutsch
Brochure GEH-DENK-Spuren english

Text-, Bild- und Tonkollagen von Überlebenden

Nähere Infos über Jehuda Bacon finden Sie auf dieser Präsentation von Ottilie Oberreiter-Samide:


Ulrike Ahorner hat diese Präsentation über Dr. Edith Eger zusammengestellt:


Julia Mayr ist Professorin für Geschichte am BG/BRG Enns und hat ihren SchülerInnen biografisches Material zu zwei weiteren Überlebenden übermittelt und sie um Rückmeldungen gebeten.


Michael Kraus: Tagebuch 1942–1945: Aufzeichnungen eines Fünfzehnjährigen aus dem Holocaust

Michael Kraus
Thomas:
Ich stelle es mir unheimlich schrecklich vor, ohne meine Eltern und meine Brüder ganz allein in einem Konzentrationslager eingesperrt zu sein. Ich hätte unendlich viel Angst. Den ständigen Hunger stelle ich mir auch ganz furchtbar vor. Mich wundert es nicht, dass viele diese Qualen nicht überlebt haben. Leider sind auch die Eltern von Herrn Kraus im KZ ums Leben gekommen. Es macht mich sehr traurig, über diese Dinge nachzudenken. Vor allem weil diese Verbrechen leider auch ganz in der Nähe von Enns stattgefunden haben.

Es ist beeindruckend wie Herr Kraus es trotzdem geschafft hat, so ganz auf sich allein gestellt, als Kind zu überleben. So etwas Schreckliches darf nirgends auf der Welt mehr passieren. Dafür müssen vor allem wir jungen Menschen kämpfen. Ich bin froh darüber, dass Herr Kraus trotz der Qualen überlebt hat und eine eigene Familie gründen konnte.
Selma:
Es gehen einem viele Gedanken durch den Kopf, doch am meisten stelle ich mir die Frage wie Menschen so rassenvertieft sein können, dass sie Menschen auf Grund ihrer Herkunft, Familie oder auch Hautfarbe so behandeln und deren ganze Familien bzw. ganze Völker auf so grausame Art und Weise vernichten wollen.

Aus solch einem Erlebnis oder auch nur als Geschichte kann man nicht viel Positives mitnehmen, jedoch zeigt es uns, dass man mit etwas Positivem denken und starker Hoffnungen oft an sein Ziel gelangen kann.
David Hersch: Flucht auf dem Todesmarsch (in Enns, das Buch seines Sohnes Jack Hersch ist 2020 auf deutsch erschienen)

David Hersch
Caro:
Diese Gedanken beschäftigen mich: Wo hat er sich verirrt? Wie wurde er dort behandelt (Versteck)? Wie konnte er fliehen? Wie ist er mit der Angst umgegangen?

Als junger Mensch kann ich davon mitnehmen: Es gibt immer eine Lösung, man muss nur den richtigen Weg finden. Ich finde es sehr ermutigend, dass sich ein Mann wie David Hersch traute zu flüchten. Es war sicherlich nicht leicht, doch er hat es geschafft. Viele Menschen starben an Folgen des zweiten Weltkriegs, doch manche überlebten und an diese Leute sollten wir denken, wenn wir etwas nicht schaffen, denn sie haben das fast Unmögliche möglich gemacht.
Laura:
Obwohl ich in diesem Fall schon wusste, dass David Hersch fliehen konnte, war es in gewisser Weise eine Erleichterung zu lesen, dass er nicht bestraft wurde und er nach der Befreiung ein normales Leben weiterführen konnte.

Im Allgemeinen könnte man sich aus dieser Biografie mitnehmen, dass man sich nicht so leicht unterkriegen sollte und es auch in ausweglos zu scheinenden Situationen eine Lösung gibt wodurch es im Nachhinein wieder besser werden kann.

„Bedenkt, dass ihr Menschen seid.Das ist das Einzige, seid menschlich!“

Diese Botschaft richtet der KZ-Überlebende Aba Lewit an die Menschen heute. In der Nazi-Diktatur erreichte die Menschlichkeit ihre Grenze bzw. ging überhaupt verloren. Auch heute brauchen wir wieder mehr Menschlichkeit und guten Umgang miteinander: „Denn das Vergessen des Bösen ist die Erlaubnis zu seiner Wiederholung!“