Kinoabend "Schächten"
Im Gedenken an die Reichspogromnacht vom 9. November 1938 gibt es heuer erstmals einen Kinoabend in Kooperation mit dem Kulturzentrum Zuckerfabrik und EU XXL Kino Die Reihe.
Gezeigt wird der 2022 erschienene österreichische Spielfilm „Schächten“: Als der junge, jüdische Unternehmersohn Victor Dessauer Ende der 60er Jahre daran scheitert, den NS-Peiniger seiner Eltern einer gerechten Strafe zuzuführen, beschließt er, das Gesetz selbst in die Hand zu nehmen.
Mittwoch, 8. November 2023, 19.00 Uhr Im Kulturzentrum Zuckerfabrik, Kristein 2, 4470 Enns Eintritt: € 5,– Kartenreservierung:
www.zuckerfabrik.at
Informationen zur Todesmarschstrecke
Auf dieser interaktiven Landkarte der Historikerin Angelika Schlackl erhalten Sie Informationen zu allen Orten und bekannten Ereignissen entlang der Todesmarschstrecke von Mauthausen/Gusen nach Gunskirchen:
Nähere Infos über Jehuda Bacon finden Sie auf dieser Präsentation von Ottilie Oberreiter-Samide:
Ulrike Ahorner hat diese Präsentation über Dr. Edith Eger zusammengestellt:
Julia Mayr ist Professorin für Geschichte am BG/BRG Enns und hat ihren SchülerInnen biografisches Material zu zwei weiteren Überlebenden übermittelt und sie um Rückmeldungen gebeten.
Michael Kraus: Tagebuch 1942–1945: Aufzeichnungen eines Fünfzehnjährigen aus dem Holocaust

Ich stelle es mir unheimlich schrecklich vor, ohne meine Eltern und meine Brüder ganz allein in einem Konzentrationslager eingesperrt zu sein. Ich hätte unendlich viel Angst. Den ständigen Hunger stelle ich mir auch ganz furchtbar vor. Mich wundert es nicht, dass viele diese Qualen nicht überlebt haben. Leider sind auch die Eltern von Herrn Kraus im KZ ums Leben gekommen. Es macht mich sehr traurig, über diese Dinge nachzudenken. Vor allem weil diese Verbrechen leider auch ganz in der Nähe von Enns stattgefunden haben.
Es ist beeindruckend wie Herr Kraus es trotzdem geschafft hat, so ganz auf sich allein gestellt, als Kind zu überleben. So etwas Schreckliches darf nirgends auf der Welt mehr passieren. Dafür müssen vor allem wir jungen Menschen kämpfen. Ich bin froh darüber, dass Herr Kraus trotz der Qualen überlebt hat und eine eigene Familie gründen konnte.
Es gehen einem viele Gedanken durch den Kopf, doch am meisten stelle ich mir die Frage wie Menschen so rassenvertieft sein können, dass sie Menschen auf Grund ihrer Herkunft, Familie oder auch Hautfarbe so behandeln und deren ganze Familien bzw. ganze Völker auf so grausame Art und Weise vernichten wollen.
Aus solch einem Erlebnis oder auch nur als Geschichte kann man nicht viel Positives mitnehmen, jedoch zeigt es uns, dass man mit etwas Positivem denken und starker Hoffnungen oft an sein Ziel gelangen kann.
David Hersch: Flucht auf dem Todesmarsch (in Enns, das Buch seines Sohnes Jack Hersch ist 2020 auf deutsch erschienen)
